30 Jahre TIXI

Grusswort von Frau Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard, Vorsteherin der Direktion des Innern. 9. Mai 2014, Casino Zug.

Immer wenn ich in dieser Stadt und unserem schönen Kanton unterwegs bin, freue ich mich über jedes Tixi Auto das ich herumfahren sehe. Diese weissen Autos mit dem fröhlichen blauen Signet und Schriftzug von TIXI, die dank freiwilligem Einsatz von vielen von Ihnen hier Anwesenden Tixi überhaupt Leben einhauchen. 
 
Ich freue mich sehr, heute Abend gemeinsam mit der TIXI-Familie das 30-jährige Jubiläum feiern zu dürfen. Was ich hier sehe ist keine Grossfamilie sondern eine MEGA-Familie, wie meine Töchter sagen würden.
 
Herzlichen Dank für die Einladung zu dieser wunderbaren Feier. Ich fühle mich geehrt, dass ich zu diesem Anlass eine kurze Rede halten darf, um TIXI, also Ihnen allen, zu gratulieren und zu danken.
 
Sie haben viele gute Gründe, um zu feiern: Ich habe hier ein paar Zahlen zu Ihren Leistungen - keine Angst, ich werde Ihnen keine Statistik vorlesen. Die Zunahme der Fahrten, der gefahrenen Kilometer und natürlich die Zunahme der Stunden, die von Freiwilligen im Fahrdienst geleistet wurden, ist enorm beeindruckend.
 
Ich weiss - und sehe es auch im Jahresbericht - wie viel Einsatz von unzähligen Personen geleistet wurde und wird. Und dennoch staune ich, wie eine eigentlich kleine Organisation dies alles bewältigen kann.
 
TIXI Zug hat 2013 in mehr als 1'000 Fahrten pro Woche(gegen 150 pro Tag) Menschen mit einer Mobilitätsbehinderung zu ÖV-Tarifen individuell befördert. TIXIZug hat somit fast 3000 Personen den Gang zur Ärztin, eine kleine Ausfahrt zu einem geselligen Zvieri, die regelmässige Teilnahme an einem Kurs oder den Besuch eines Konzertes ermöglicht.
 
Dies ist nur möglich dank vielen kleinen und grossen Geld- und Naturalspenden von Firmen, Serviceclubs und Privatpersonen. Natürlich zahlt auch der Kanton einen Beitrag an die unschätzbaren und unverzichtbaren Leistungen. Für diesen enorm wichtigen Fahrdienst zahlen wir gerne, sind aber auch stolz, dass die kantonale Subvention dank der grossen Solidarität aus der Bevölkerung und der Wirtschaft nicht einmal einen Drittel des Budgets, der Einnahmen, etc. (o.ä.) ausmacht.
 
Wie riesig die Solidarität von Zugerinnen und Zugern ist, zeigt sich aber noch deutlicher an den zehntausenden von Stunden, die jährlich freiwillig für TIXI bzw. seine Kundinnen und Kunden geleistet werden. Im letzten Jahr sind durchschnittlich an jedem Tag 123,5 Stunden Fahrdienst geleistet worden(ich habe 3x nachgerechnet, es stimmt!). Rechnen wir dies auf eine normale Arbeitszeit von rund 8 Stunden pro Tag um, waren also durchschnittlich jeden Tag 15 Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz, dies nota bene auch an Sonn- und Feiertagen.
 
Ich habe am Anfang gesagt, dass ich mich über jedes TIXI-Auto freue, das ich sehe. Mit diesen Zahlen wird klar, wie oft ich mich freuen kann! Ich danke Ihnen allen aus tiefstem Herzen für diesen Einsatz, den Sie für die Gesellschaft leisten. Und all die Freude, die Sie Ihren Kundinnen und Kunden bereiten.
 
Ich kann nicht nur rechnen, ich kann auch zählen: gemäss Jahresbericht 2013 waren rund 250 freiwillige Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz.
 
Dazu kamen noch 7 Zivildienstleistende, die ihren Dienst im Interesse der Gesellschaft bei TIXI absolviert haben. Und ebenso verdankenswert und unverzichtbar sind die Einsätze von 121 Zivilschützern, die regelmässig durch die Zivilschutzorganisation Kanton Zug vermittelt werden.
 
Geleitet, gesteuert und unterstützt werden alle diese tatkräftigen und unermüdlichen Helferinnen und Helfer von den Disponentinnen in der Einsatzzentrale, der langjährigen Geschäftsführerin, Frau Yeldez Gwerder, und der Trägerschaft. Auch an diesen Stellen wird mit hoher Professionalität und viel Engagement und Herzblut gearbeitet und gewirkt.
 
TIXI Zug transportiert Menschen mit einer Mobilitätsbehinderung nicht einfach von einem Ort zum andern. Bei diesen Fahrten ergeben sich immer wieder zwischenmenschliche Kontakte, die alle sehr schätzen und als bereichernd empfinden. So bilden sich die Fahrerinnen und Fahrer nicht nur in Fahrtechnik und -sicherheit weiter, sondern berichten auch immer wieder von eindrücklichen und lehrreichen Einblicken und Erfahrungen, die sie von ihren Fahrgästen erhalten. 
 
Als Vertreterin des Kantons betone ich, wie wichtig und wertvoll TIXI Zug für die ganze Gesellschaft ist. 
 
Und gerade Teilnahme und Teilhabe am alltäglichen, gesellschaftlichen Leben ist etwas, das Menschen mit Behinderung oft noch zu wenig möglich ist oder noch zu wenig ermöglicht wird. Noch sind wir als Gesellschaft und ist unsere Politik zu stark darauf ausgerichtet, für Menschen mit Behinderung spezielle, "geschützte" Orte, wo sie leben und arbeiten können, anzubieten. Und dann denkt man, damit seien die Bedürfnisse erfüllt. 
 
Zum Glück setzt sich das Wissen und die Einsicht immer mehr durch, dass Menschen mit Behinderung nichts anderes möchten und brauchen, als möglichst so zu leben, wie alle anderen auch. Damit wir dieses Ziel erreichen, werden noch einige Änderungen und Entwicklungen benötigt, nicht nur von der Politik, sondern auch von allen, von der Gesellschaft.
 
Zum Glück hat nun auch die Schweiz die UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ratifiziert, jetzt im April 2014. 
 
Dieses internationale Übereinkommen wird die nötigen Entwicklungen fordern und fördern. Wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen. Denken wir nur an die Situation bei unserer Hauptpost hier in Zug. Damit wir Schritt für Schritt machen können, braucht es Organisationen wie TIXI. Es ist wichtig, dass TIXI Zug stark und engagiert bleibt und die stetig steigende Nachfrage auch weiterhin erfüllen kann, dank dem Einsatz von Menschen, die sich gerne in den Dienst von anderen stellen.
 
30 Jahre alt ist nun unser TIXI Zug, meine Damen und Herren. TIXI Zug ist erwachsen geworden und hat viel Erfahrung gesammelt. Damit eine Organisation den Anforderungen gewachsen bleibt, braucht es auch Reflexion. 

Ich weiss, dass die Trägerschaft unter der Leitung von Frau KR Wicky, diese Reflexion in Angriff nimmt und in voller Fahrt daran ist, Lösungen zu entwickeln, um die hoch gesteckten Ziele weiterhin zu erreichen.
 
Dazu wünsche ich allen Mitwirkenden viel Kraft und gutes Gelingen. Ich bin sicher, dass Sie alle, als Mitglieder dieser MEGA-Familie, weiterhin mit viel Engagement und menschlicher Wärme im Einsatz stehen werden. Ein Einsatz, der Menschen mit einer Mobilitätsbehinderung erlaubt, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
 
Ich wünsche TIXI Zug, dass die grosse Solidarität in der ganzen Gesellschaft erhalten bleibt und versichere, Sie auch weiterhin der Unterstützung durch den Kanton. Tausend Dank im Namen des Regierungsrates, Herzliche Gratulation und: gute Fahrt!
 
An einen Geburtstag kommt man nicht mit leeren Händen. 30 Marienkäfer sollen symbolisch für den motivierten Schwarm von Fahrerinnen und Fahrern stehen, die in den ganzen Kanton ausschwärmen.