Präsentation Urkunde "Loskauf 1414" Hünenberg

Grusswort von Frau Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard, Vorsteherin der Direktion des Innern

Sehr geehrter Korporationspräsident, -ratsmitglieder und Ratsschreiberin
Sehr geehrte Gemeindepräsidentin
Sehr geehrter Kantonsratspräsident
Sehr geehrter Präsident der Bürgergemeinde
Geschätzte Anwesende und Gäste
 
Im Namen der Zuger Regierung gratuliere ich Hünenberg, also der Korporation, der Einwohnergemeinde sowie der Bürgergemeinde zu ihrem 600-Jahre-Jubiläum. Mit Freude übermittle ich Euch allen die besten Wünsche für den heutigen festlichen Anlass und das ganze Jubiläumsjahr. Sie begehen das Jubiläum mit einem reichhaltigen Programm, das zahlreiche Höhepunkte bereithält: Die Präsentation und Ausstellung der Urkunde "Loskauf 141", das Jubiläums-Dorffest im April, das Erscheinen eines Buchs über die Korporation Hünenberg im Juni, die Jubiläums-Chilbi und schliesslich die Eröffnung eines Hünenberger Themenwegs im August.
 
Als Vorsteherin der Direktion des Innern bin ich u.a. für die Denkmalpflege und Archäologie zuständig und daher auch mit der Geschichte der Korporation und der Gemeinde vertraut. Im Mai 2009 fand das mittelalterlichen Burgfäscht statt. Gemeinsam haben wir den Abschluss der Restaurierung der Burgruine Hünenberg gefeiert. Es war ein wunderschönes Fest, das mir in guter Erinnerung bleibt und ich noch heute davon schwärme.

 
Die Burgruine, die der Korporation gehört, wurde in der Zeit von 2007‒09 konserviert. Weil die Burg unter Denkmalschutz steht, wurden die Arbeiten von der Einwohnergemeinde, dem Kanton und dem Bund finanziell unterstützt. Auch knapp fünf Jahre nach Abschluss der Konservierung darf die Korporation zufrieden und stolz auf das gelungene und offensichtlich sorgfältig ausgeführte Werk sein.
 
Die Geschichte der Burg bzw. deren Ende ist eng verknüpft mit den Ereignissen vor 600 Jahren. Die Herren von Hünenberg hatten ihren alten Sitz bereits mehrheitlich verlassen, als die Burg am Heiligabend 1388 zerstört wurde. Das ist übrigens ein Ergebnis der archäologischen Forschungen; die Auswertung der Grabungen ist noch im Gange.
 
Hartmann von Hünenberg verkaufte dann 1414 seine Anteile an der Burgruine, einen Weinberg (rund 175 Aren), fünf Äcker, den Lowald, weitere Güter und alle obrigkeitlichen und gerichtlichen Ansprüche und Rechte von Hünenberg an einheimische Landwirte, namentlich an die drei Brüder Jenni, Ueli und Heini Bütler sowie Welti Bütler von der Stadelmatt. Der Kaufpreis betrug 196 rheinische Goldgulden (einen solchen fanden die Ausgräber übrigens in den 1994 beim Burghus).
 
Die konstruktive und freundschaftliche Zusammenarbeit während der Konservierung der Ruine mit der Korporation, der Einwohnergemeinde und meinem Amt für Denkmalpflege und Archäologie ist ein Vorzeigefall. Ich danke Ihnen für ihr Engagement zugunsten unserer Kulturgüter!
 
Die Direktion des Innern hat aber noch eine weitere besondere Verbindung zu Hünenberg. Das Amt für Wald und Wild ist u.a. zuständig für den Schutz der Lebensräume unserer Wildtiere. Wie Sie wissen, hat der Biber den Weg zu uns zurückgefunden und bewohnt den nördlichsten Teil Ihrer Gemeinde. Jetzt sind wir gespannt, wie lange es dauert, bis das Einhorn - das Hünenberger Wappentier - wieder in den umliegenden Wäldern Wohnsitz nimmt...
 
Das Einhorn gilt übrigens als das edelste aller Fabeltiere und steht als Symbol für das Gute. In diesen Sinne überbringe ich der Einwohnergemeinde, der Korporation sowie der Bürgergemeinde Hünenberg die besten Glückwünsche für das Jubiläumsjahr und wünsche Ihnen Gesundheit, Glück und Freude.

 
Manuela Weichelt-Picard