"Schön, dass Zug über gute Forststrukturen verfügt"

Grusswort von Frau Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard für die GV des Waldwirtschaftsverbandes des Kantons Zug vom 04. April 2014.

Sehr geehrter Herr Präsident Walter Andermatt
Liebe Mitglieder des Waldwirtschaftsverbandes
Geschätzte Gäste, liebe Mitarbeitende  
 
Vielen Dank für Ihre freundliche Einladung zu Ihrer Generalversammlung. Ich bin gerne gekommen und freue mich, einige Stunden mit Ihnen verbringen zu dürfen.  
 
Die Tage sind bereits länger als die Nächte, die Temperaturen sind mild und die Bäume spriessen. Es ist Frühling und somit sind die Holzerntearbeiten am Ausklingen; die Holzerei-Saison 2013/14  ist also fast abgeschlossen. Ein guter Zeitpunkt also, um kurz auf die im Jahre 2013 geleistete Waldpflege einzugehen.
 
Der kantonale Waldentwicklungsplan - kurz WEP genannt - welcher auch unter Mithilfe von Vertretern des Waldwirtschaftsverbandes entstanden ist, bringt klar zum Ausdruck, dass die Wälder im Kanton Zug für die Allgemeinheit von grosser Wichtigkeit sind. So ist ca. zwei Drittel der Waldfläche mit Vorrangfunktionen überlagert. Bei diesen für die Gesellschaft besonders wertvollen Wäldern stehen die Schutzfunktionen gegen Naturgefahren und die Naturschutzfunktionen klar im Vordergrund. 
 
Die naturschützerische Wirkung des Waldes kann nur erhalten oder verbessert werden, bzw. die Widerstandskraft gegenüber Hochwassern, Rutschungen und Steinschlägen lässt sich nur erhöhen, wenn die Wälder auch tatsächlich auf ihre spezifischen Ziele hin gepflegt werden.
 
Wenn ich die vom Amt für Wald und Wild zusammengestellten Zahlen des letzten Jahres analysiere, stelle ich erfreut Folgendes fest: Die waldbaulichen Ziele sind im WEP nicht bloss niedergeschrieben - Sie wissen, Papier ist geduldig. Es werden vielmehr die zielführenden Massnahmen bei der täglichen Waldarbeit ausgeführt. Die folgenden Zahlen fürs Jahr 2013 belegen dies:
 
- Im Wald mit besonderer Schutzfunktion gegen Naturgefahren wurde eine Fläche von 143 Hektaren gepflegt, was der Fläche von 205 FIFA-Fussballfeldern oder 20 % der Ägerisee-Fläche entspricht. Zur Förderung der verbleibenden Schutzwaldbäume wurde dabei eine Holzmenge von 15'400 m3 geerntet, was bei vollständigem Bahnverlad eine Zugslänge von 7.1 Kilometer ergäbe.
 
- Im Wald mit besonderer Naturschutzfunktion wurden Waldränder gepflegt, spezielle Lebensräume aufgewertet sowie Mittelwälder gepflegt. Dies auf einer Fläche von 99 Hektaren, was der Grösse von 140 Fussballfeldern entspricht. Sie sehen, absolut eindrückliche Werte!
 
- Weil die Holzpreise die Aufwendungen für die Holzernte leider noch immer nicht zu decken vermögen, entstehen Defizite, welche mit öffentlichen Beiträgen gedeckt werden. Für alle waldbaulichen Massnahmen wurden für 2013 Beiträge in der Höhe von 1'330'000 Franken entrichtet.
 
Der internationale Tag des Waldes vom 21. März 2014 zur "Verwendung des Schweizer Holzes" wurde leider im Kanton Zug verschlafen. Es müsste unser gemeinsames Ziel sein, dass die öffentlichen Körperschaften alles daran setzen, dass Schweizer Holz bei den öffentlichen Bauten verwendet wird.
 
Für diesen grossen Effort, der einerseits die hohen Naturwerte des Waldes fördert und die hohe Bedeutung der Biodiversität unterstützt, anderseits Siedlungen, Strassen, Bahnen und sonstige Infrastrukturanlagen vor Naturgefahren schützt, bin ich Ihnen sehr dankbar. Schön, dass der Kanton Zug über gute Forststrukturen verfügt, mit leistungsfähigen Betrieben und  gut ausgebildeten, motivierten Mitarbeitenden. Es ist mir ein Anliegen, dass Sie meinen Dank auch an die Lernenden, Forstwarte, Waldarbeiter und Förster, die die wichtige Waldarbeit unter oft strengen Bedingungen ausführen, weiterleiten.
 
Ich wünsche Ihnen nun ein gutes Vereinsjahr, den Forstleuten unfallfreie Arbeit im Wald, Ihnen persönlich gute Gesundheit und schliesslich zum Nutzen von uns allen eine gute Holznachfrage bei befriedigenden Preisen!