Zeitbild 2014

Grusswort von Frau Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard, Vorsteherin der Direktion des Innern an der Vernissage des Projektes "Zeitbild 2014"

 

Sehr geehrter Stadtpräsident, lieber Dolfi
Sehr geehrte Medienschaffende
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts ZEITBILD
Liebe Gäste 

Wir stehen hier an einem Ort, der städtebaulich einerseits von Bauten, andererseits aber auch vom Verkehr geprägt wird. Dieser Ort hat eine äusserst facettenreiche Entwicklung durchge-macht. Die Aktion ZEITBILD erzählt von diesen Entwicklungen und von der Geschichte des öf-fentlichen Raums.
 
Die Serie ZEITBILD jährt sich dieses Jahr zum siebten ‒ und wohl leider zum letzten Mal. ZEITBILD ist im öffentlichen Raum um eine erfolgreiche künstlerische Installation reicher. Die ZEITBILDER wecken über die Kantonsgrenzen hinaus grosses Interesse. Realisiert wurde das Projekt von DNS-Transport Zug in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege und Ar-chäologie der Direktion des Innern und der Stadt Zug im Rahmen des Stadtentwicklungsprojektes «WIR SIND ZUG».
 
Das Interesse der Aktion ZEITBILD gilt nicht nur den Bauten selber, sondern insbesondere auch dem Raum zwischen den Bauten. Das sind Plätze, Strassen, Gassen, Höfe und Parks. Diese Zwischenräume bilden den öffentlichen Raum, den Erlebnisraum der Stadt. Der Ver-gleich der historischen Situation mit dem heutigen Zustand zeigt, wie unterschiedlich der öf-fentliche Raum damals und heute genutzt wurde und wird.
 
Die Zeitbilder verdeutlichen eindrücklich, wie sich der öffentliche Raum mit den Bauten, die ihn begrenzen, und mit der «Möblierung», die sich darin befindet, verändert hat. Vieles, was da-mals möglich war, ist heute nicht mehr möglich. Und einiges, was heute im öffentlichen Raum geschieht, war damals undenkbar.
 
Dies hat mit zeittypischen Bedürfnissen zu tun. Und dementsprechend haben sich Strassen und Plätze auch baulich verändert. Auf den Bildern fällt auf, wie leer der öffentliche Raum einst war ‒ wie das historische Bild von 1935 an der Kreuzung Alpenstrasse / Gotthardstrasse zeigt.
 
Und wie vielfältig er darum genutzt werden konnte. Heute sind Strassen und Plätze mit unzäh-ligen Installationen versehen, ihre Funktionalität ist bis ins Detail geregelt.
 
Die Denkmalpflege beschäftigt sich mit der Verbindung von der alten Substanz mit den neuen Ansprüchen an die Nutzung. Meistens geschieht das innerhalb eines Gebäudes. Die gleichen Anliegen gelten aber auch ausserhalb der Gebäude und ganz besonders im öffentlichen Raum. In diesem Sinne kann die Denkmalpflege einen Beitrag leisten zur städtebaulichen Entwicklung und damit zur Belebung eines Ortes. Das ist das eigentliche Anliegen der Aktion ZEITBILD: Aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen.
 
Die historischen Zeitzeugen ‒ trotz der rasanten Bauentwicklung zu erhalten ‒ braucht einen grossen Einsatz. Aber der Einsatz lohnt sich. Denn wir wollen der Stadt nebst allem Fortschritt-lichen auch Vertrautes bewahren. Ich möchte in einer Stadt leben, die ich kenne und meinen Kindern Heimat vermitteln. Wollen wir nicht alle in einer Stadt Zug mit ihrem eigenen Charakter leben? Denkmalpflege ist heute nötiger denn je.
 
Ich danke im Namen des Zuger Regierungsrates allen Mitwirkenden dieser interessanten Akti-on, die einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Diskussion um die Zukunft der Stadt leistet.
 
 
Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard,
Direktorin des Innern